Dr. Volker Busch-Geertsema
Sozialwissenschaftler bei der GISS, Gesellschaft für Innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V., Bremen
Mitglied des European Observatory on Homelessness und
Mitherausgeber des European Journal of Homelessness
Wann und wodurch sind Sie das erste Mal auf den Arbeitskreis Wohnungsnot aufmerksam geworden?
Im Internet bei meinen regelmäßigen Surf-Touren auf der Suche nach Neuigkeiten zum Schwerpunktthema meiner Forschungstätigkeit. Wann „das erste Mal“ war, weiß ich nicht mehr.
Haben Sie schon einmal an Öffentlichkeitsaktionen oder Fachveranstaltungen des Arbeitskreises Wohnungsnot teilgenommen? Wenn ja, an welchen?
Als Referent bei der Fachtagung zu Hartz IV im Jahr 2004.
Wann und warum haben Sie sich über den Arbeitskreis Wohnungsnot mal so richtig geärgert?
Frau Dr. Gerull hat mir geschrieben, wenn ich sie nochmal mit „Frau Dr.“ anschreibe, würde sie mich nie mehr zu Fachtagungen des Arbeitskreises einladen. Inzwischen duze ich sie und werde trotzdem nicht eingeladen! Aber „richtig ärgern“ tut mich das jetzt auch wieder nicht.
Welches Lob wollten Sie dem Arbeitskreis Wohnungsnot schon immer mal aussprechen?
Vernetzung im Bereich der Hilfen für Wohnungslose ist eine wichtige Grundlage für den notwendigen Blick über den Tellerrand der eigenen Einrichtung und den fachlichen Austausch, für Lobbyarbeit und für sozialpolitische Einmischung. Und die ist heute so wichtig wie ehedem. Der AK Wohnungsnot hat hier wichtige Arbeit geleistet und professionell agiert, sei es mit fachlichen Stellungnahmen, Diskussionsveranstaltungen, Öffentlichkeitsaktionen wie der Nacht der Wohnungslosenhilfe oder dem Internet-Forum zur Umsetzung der Hartzreformen. Alles auf hohem fachlichen Niveau und auch sehr ansprechend gestaltet.
Was wünschen Sie dem Arbeitskreis Wohnungsnot für die nächsten 20 Jahre?
Dass er streitbar bleibt und bei der Lobbyarbeit im Zweifelsfall immer die Interessen der betroffenen Menschen mit Wohnungsnotfallproblematik höher bewertet als Eigeninteressen der im AK vertretenen Einrichtungen. Dass er erfolgreich arbeitet und sich eines Tages auflösen kann, weil Wohnungslosigkeit auf ein Minimum reduziert und bei der Gestaltung der noch notwendigen Hilfen (persönliche Hilfen in Wohnungen, Prävention, Krisenintervention) ein Optimum erreicht wurde. Könnte aber sein, dass 20 Jahre dafür nicht ausreichen.
PDF-Download aller Antworten
[Druckversion]
[Seitenanfang] |