Foto: (Thomas Lindlmair ist als Diskutant spontan eingesprungen)Sebastian Wells/Ostkreuz

August 2026

Rückblick WIR KOMMEN WÄHLEN! 24.08.2026

Am 24. August haben die Union für Obdachlosenrechte Berlin (UfO) und der Arbeitskreis Wohnungsnot ins Nachbarschaftshaus Urbanstraße eingeladen. Vier Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus sollten Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung und Fachkräfte aus der Wohnungsnotfallhilfe direkt mit den sozialpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen ins Gespräch kommen.

Vier Tische, 20 Minuten pro Runde

Das Format „Wir kommen wählen!" wird seit 2011 von der Landesarmutskonferenz Berlin vor Wahlen durchgeführt. Kein Podium, keine Reden – stattdessen vier Tische, an denen jeweils ein*e Politiker*in sitzt und nach 20 Minuten weiterrotiert.

Dabei waren Lars Düsterhöft (SPD), Taylan Kurt (Bündnis 90/Die Grünen) und Katina Schubert (Die Linke). Für den verhinderten CDU-Vertreter sprang kurzfristig Thomas Lindlmair ein, Einzelbewerber in Neukölln und selbst früher von Wohnungslosigkeit betroffen.

Worum es ging

Die Themen kamen von den Teilnehmenden: Zwangsräumungen, Mietschulden, Vergesellschaftung von Wohnraum. Uwe Mertens von der UfO forderte eine ganzjährige Finanzierung der Kälte- und Hitzehilfe – ein Projekt, das immer mehr Zulauf bekommt. Eine Vertreterin des Frauentagestreffs Unterschlupf fragte nach, warum die Unterstützung trotz aller Bekenntnisse nicht ausreicht.

Für Sprachmittlung in mehreren Sprachen war gesorgt, ebenso für Verpflegung. Zum Ausklang gab es einen musikalischen Beitrag.

Was wir mitnehmen

Die taz hat über die Veranstaltung berichtet – fair und genau. Drei Kritikpunkte aus dem Artikel decken sich mit dem, was uns Teilnehmende zurückgemeldet haben, und die nehmen wir ernst:

  • Die Runden waren zu kurz. Genau dann, wenn ein Gespräch inhaltlich wurde, war die Zeit um. Beim nächsten Mal planen wir längere Runden – lieber drei gute als vier abgebrochene.
  • Manche Antworten wirkten routiniert. Wir überlegen, wie sich das Format so verändern lässt, dass weniger Raum für vorbereitete Statements bleibt.
  • Es waren mehr Fachkräfte als Betroffene da. Das ist der Punkt, der uns am meisten beschäftigt. 10 Uhr an einem Montagmorgen ist offenbar nicht die richtige Zeit. Daran arbeiten wir.

Danke

Unser Dank geht an alle, die dabei waren und mitgeredet haben, an die Tischmoderationen und Sprachmittler*innen, an das Nachbarschaftshaus Urbanstraße für die Gastfreundschaft – und an die Politiker*innen, die sich dem Gespräch gestellt haben.

Am 20. September wird gewählt. Wahlberechtigt sind alle in Berlin gemeldeten Menschen – und ausdrücklich auch Menschen ohne feste Meldeadresse, die hier leben.

Die taz hat über die Veranstaltung berichtet:
[https://taz.de/Austausch-ueber-Sozialpolitik/!6205933/](Die taz hat über die Veranstaltung berichtet: https://taz.de/Austausch-ueber-Sozialpolitik/!6205933/)

Foto: (Thomas Lindlmair ist als Diskutant spontan eingesprungen)Sebastian Wells/Ostkreuz